Mehr als nur ein Rücken – Wildkochkurs zeigt die ganze Vielfalt des Rehwildes

Trotz hochsommerlicher Temperaturen wurde am Freitag, dem 26. Juni, in der Waldorfschule Everswinkel wieder geschnippelt, gekocht und genossen. Unter dem Motto „Das Reh – mehr als nur ein Rücken“ lud der Hegering Everswinkel erneut zu einem besonderen Wildkochkurs unter Leitung des Kochs Judi ein. Im Mittelpunkt standen diesmal die oft unterschätzten Teilstücke des Rehwildes und die Frage, wie sich diese nachhaltig, vielseitig und vor allem schmackhaft zubereiten lassen.

Auch wenn das Thermometer an diesem Sommertag Höchstwerte erreichte, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Mit viel Erfahrung und einer durchdachten Planung sorgte Judi dafür, dass sich die hohen Temperaturen kaum auf den Ablauf auswirkten. So wurde aus der sommerlichen Herausforderung ein rundum gelungener Abend, an dem gemeinsames Kochen, Lernen und Genießen im Mittelpunkt standen.

Mit viel Leidenschaft und handwerklichem Geschick führte Judi die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die verschiedenen Stationen der Wildverarbeitung. Dabei vermittelte er nicht nur wertvolle Tipps für den Umgang mit hochwertigem Wildbret, sondern zeigte eindrucksvoll, dass weit mehr im Reh steckt als die bekannten Edelstücke. Nachhaltigkeit, Regionalität und die vollständige Verwertung des Wildes waren dabei zentrale Themen des Abends.

Bereits zu Beginn sorgte der Duft von frisch gebackenem Brot aus dem Holzbackofen für Vorfreude. Mit Unterstützung von Martin und Andreas entstand im Holzbackofen knuspriges Brot, das den perfekten Auftakt für den gemeinsamen Kochabend bildete. Anschließend erklärte Judi, wie sich die Nuss des Rehwildes durch einlegen in eine Kiwi-Marinade auf natürliche Weise besonders zart zubereiten lässt. Ebenso spannend war die Herstellung von Wildschinken, der im neuen Räucherofen kalt geräuchert wurde und eindrucksvoll zeigte, welche geschmacklichen Möglichkeiten in der traditionellen Wildveredelung stecken.

Den kulinarischen Höhepunkt bildete schließlich das gemeinsame Probieren der Rehhachsen und Rehnacken, welche durch Zartheit und intensive Aromen überzeugten. Ein weiteres Highlight waren die Rouladen, die aus der Rippe des Rehs hergestellt wurden und bewiesen, welches Potenzial auch in diesen Teilstücken steckt. Jeder Gang zeigte auf seine eigene Weise die Vielfalt des Rehwildes und machte deutlich, dass nachhaltige Wildküche weit über klassische Rücken- oder Keulengerichte hinausgeht.

Neben dem köstlichen Essen blieb vor allem die gesellige Atmosphäre in Erinnerung. In entspannter Runde wurden Erfahrungen ausgetauscht, Fragen beantwortet und zahlreiche praktische Tipps für die heimische Küche weitergegeben.

Am Ende waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Trotz der außergewöhnlichen Hitze war es ein rundum gelungener Abend, der einmal mehr zeigte, wie vielseitig, nachhaltig und genussvoll die heimische Wildküche sein kann. Mit vielen neuen Ideen, hilfreichen Anregungen und einem tollen Geschmackserlebnis ging ein weiterer erfolgreicher Wildkochkurs zu Ende.

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